Auch die Bochumer SPD will keinen Atomstrom mehr im Strommix der Stadtwerke. Das hat der Unterbezirksparteitag am Montag beschlossen. Allerdings wollen die Sozialdemokraten dem Energieversorger wesentlich mehr Zeit einräumen: Bis Ende 2020.
Von einem Verkauf der RWE-Anteile ist in dem Beschluss gar keine Rede. Stattdessen setzt die SPD nach den Worten ihres Fraktionsvorsitzenden Dieter Fleskes darauf, den kommunalen Einfluss im Aufsichtsrat des Stromriesen dazu zu nutzen, diesen von seinem Atom-Kurs abzubringen.
Hoffnungen darauf erfahren jedoch derzeit nicht allzuviel Nahrung: Der Essener Energieversorger hat heute Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Kassel gegen die Zwangsabschaltung seiner Reaktors Biblis A in Folge des Moratoriums der Bundesregierung eingereicht. Dem Moratorium fehle die Rechtsgrundlage. Mit diesem Schritt will RWE – anders als E.on, das auf Rechtsmittel verzichten will – die Interessen seiner Aktionäre wahren.
Merke:
Kommunalpolitiker, die erklären, dass sie für den Atomausstieg sind und gleichzeitig die
RWE-Aktien ihrer Stadt nicht verkaufen wollen, sind so glaubwürdig wie der Papst, dessen
Vatikanbank Aktien an einem Pharmakonzern besitzt, der Anti-Babypillen produziert.
